Überzeugende Projekte der Nachhaltigkeit in Italien

Thema im Seminar: Wirtschaft und Nachhaltigkeit

Die europäische Wirtschaftskrise scheint allgegenwärtig und Italien gehört sicher zu den stark betroffenen Ländern. Auf diesem Hintergrund hatte das Abschlussseminar der Lernpartnerschaft in Loppiano und Sestre Levante auch symbolische Bedeutung.

Hier wird deutlich: Das Thema eines nachhaltigen Wirtschaftens im Alltag und die Frage der Nachhaltigkeit für den Planeten, stellt sich nicht nur im Kontext knapper werdender Ressourcen und des Klimawandels, sondern auch bei der Frage des menschlichen Zusammenlebens. Der Aspekt der Arbeit ist dabei für den Menschen in seiner ganzheitlichen Dimension wichtig. Für einen nachhaltigen Lebensstil und eine freie Entscheidung ihn zu gestalten, braucht der Mensch die Arbeit. Die Arbeit Sie gibt dem Menschen die Chance, sich in seiner Schaffenskraft zu entfalten und versetzt ihn in die Lage, seine täglichen Grundbedürfnisse zu befriedigen. So wird er in die Lage versetzt, über die Verwirklichung eines nachhaltigen Lebensstils frei zu entscheiden.So sollte es zumindest im Idealfall sein.

 

 

Besuch in Loppiano bei der Weingenossenschaft "Loppiano Prima"

Wirtschaft in Gemeinschaft: Der Mensch im Mittelpunkt

Den Mensch in den Mittelpunkt der Arbeit und des Unternehmertums zu stellen ist die Idee der "Wirtschaft in Gemeinschaft". Aus dieser Idee heraus entstand der Gewerbepark Lionello in Incisa - Val D`Arno. In diesem Gewerbepark hat der Partner E. di C. Spa. seinen Sitz. Amilcare Pesce, Direktor dieses Serviceunternehmens im Bereich Bildung, empfing als Partner die Eco- Navigators und stellte ihnen in den 2 Kongresstagen ausführlich sowohl die eigene Arbeit, als auch die Arbeit des gesamten Gewerbeparks vor. Die Idee der "Wirtschaft in Gemeinschaft", den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und den Gewinn in die eigenen Mitarbeiter und eine weltweite Solidargemeinschaft von Unternehmen mit einem ethischen Anspruch zu investieren, wurde als eine mögliche tragende Säule für einen nachhaltigen Lebensstil erkannt.

 

 

Consorzio Roberto Tassano: Der Mensch im Mittelpunkt des Wirtschaftens

Breites Sozialnetzwerk prägt eine ganze Region

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des zweiten italienischen Partners "Consortio Roberto Tassano" in Sestre Levante. Schon vor mehr als einem Jahrzehnt geriet die vor allem auf Schiffsbau ausgelegte Region in eine große wirtschaftliche Depression. Von mehr als 10000 Arbeitsplätzen in der Werftindustrie sind nur etwa 400 übrig geblieben und das in einer strukturell unterentwickelten Region. Die Folgen waren eine große Abwanderungswelle und zunehmende soziale Probleme vor allem unter jungen Menschen, die keine Perspektive haben. Roberto Tassano, ein Mann aus einfachen Verhältnissen, gründete eine Genossenschaft, die sich die Pflege der alten Menschen in der Region annahm. Die Pfleger und Betreuer waren vor allem junge Menschen, die dadurch eine Perspektive bekamen. Aus dieser Urgenossenschaft sind inzwischen 68 Genossenschaften rund um ein regionales Netzwerk aus Politik, Wirtschaft und Sozialverbänden entstanden: Vom Angebot der Altenhilfe bis zu einer Sozialfabrik, die psychisch kranken oder drogenabhängigen Menschen Arbeit und damit Hoffnung und Halt gibt.

Die Genossenschaft macht alle Beteiligten, vom Arbeitnehmer bis zur Politik und Verbänden zu Miteigentümern und damit werden alle in die Verantwortung genommen. Die jeweiligen Direktoren bzw. Vorstände werden von allen Genossenschaftlern gewählt. Gewinne werden gerecht geteilt und die Flexibilität hilft, mit der schwierigen wirtschaftlichen Situation besser umgehen zu können. Durch die vielen Aktionsbereiche der Genossenschaften können Einbrüche der einen vom Netzwerk aller aufgefangen werden. Man gewinnt Zeit für Anpassungsprozesse.

Beide Beispiele zeigen organisch gewachsene Strukturen. Die Nachhaltigkeit ist systemimmanent.

 

Beteiligung bewirkt Mitverantwortung

Die Genossenschaft macht alle Beteiligten, vom Arbeitnehmer bis zur Politik und zu den Verbänden zu Miteigentümern und damit werden alle in die Verantwortung genommen. Die jeweiligen Direktoren bzw. Vorstände werden von allen Genossenschaftlern gewählt. Gewinne werden gerecht geteilt und die Flexibilität hilft, mit der schwierigen wirtschaftlichen Situation besser umgehen zu können. Durch die vielen Aktionsbereiche der Genossenschaften können Einbrüche bei einzelnen Einrichtungen vom Netzwerk aller aufgefangen werden.

Beide Beispiele zeigen organisch gewachsene Strukturen. Die Nachhaltigkeit ist systemimmanent.

Mit dem Besuch in Italien endet die Reise der "Eco-Navigators", die in Deutschland begonnen hat und über Österreich in den hohen Norden nach Norwegen und Finnland bis in den Süden nach Portugal und Italien geführt hat.

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