Drei Wochen lang war eine kleine Delegation vom Starkmacher und einiger seiner Partner in Brasilien unterwegs. Die Besuche bei Solzialprojekten in verschiedenen Städten des riesigen Landes markierten mögliche Stationen einer Musical-Tournee von "Stark ohne Gewalt" im kommenden Jahr >>
Die Stationen der Reise vom 14. Mai bis zum 3. Juni: Sao Paolo, Guaratingueta, Florianopolis, Belo Horizonte, Rio de Janeiro, Sao Luiz, Fortaleza und Recife. Die Starkmacher besuchten vor allem Projekte, die sich darum bemühen, die prekären Lebenssitationen von Jugendlichen und Familien zu verbessern und Jugendlichen, die in Suchtproblematiken und Drogenabhängigkeiten verstrickt sind, eine suchtfreie Zukunftsperspektive zu eröffnen.
Ein wichtiger Partner vor Ort: Die inzwischen international verbreitete Initiative "Fazenda de Esperanza": Einrichtungen, in denen Menschen mit Suchtproblemen (hauptsächlich Drogen) und kriminellem Hintergrund ein Jahr lang miteinander leben, arbeiten und beten - einem sehr fest strukturiertem Tagesablauf folgend.
Dabei spielt die christliche Spiritualität eine wichtige Rolle: "Unseren gemeinsamen Alltag richten wir an Worten der Bibel aus", erklären die Verantwortlichen. "Durch das Leben nach christlichen Werten erfahren unsere Bewohner ein neues gewaltloses Miteinander. Im gemeinsamen Austausch über diese Erfahrungen wird den jungen Menschen bewusst, wie das Wort der Bibel neue Orientierung und Motivation geben kann. Dabei zählt der Wille zum Neuanfang und der Wunsch nach Versöhnung und Heilung."
Natürlich stellt sich angesichts der aussichtlosen Lage, aus der viele in der Fazenda eintreffen, die Frage nach wirklich nachhaltiger Heilung.
Einer der Mitbegründer des Projektes, der deutsche Franziskanerpater Hans Stapel, erklärte des Besuchern die Rolle des christlichen Glaubens für den Weg aus der Drogenabhängigkeit: "Drogen und Armut sind der Grund für viele Verbrechen, die die Bewohner der "Fazendas" begangen haben, einige wurden deswegen sogar zu Mördern. Wenn die direkte körperliche Sucht bekämpft ist und die Bewohner der Fazenda den Wert des Lebens begreifen, heißt das nicht, dass sie sich selbst ihre Taten verzeihen können. Hier beginnt der eigentliche Weg: Im Glauben können sie Halt finden, denn sie lernen, zu begreifen, dass die Liebe Gottes so groß ist, dass er ihnen ihre Taten verzeihen kann, eine Last, die ihnen niemand anderes nehmen kann".

- Vilson Groh in Florianopolis (Mitte re.)
Eine weitere wichtige Reiseetappe: Florianopolis und die Arbeit von Vilson Groh dort: Der katholische Priester lebt inmitten der Favelas und hat ein Netzwerk aus Projekten geschaffen, mit dem insgesamt 7000 Kinder und Jugendliche betreut werden - Kinderheime, Tagesstätten, Vorbereitungskurse für die Universität.
Auch hier ist der erste Schritt oft die Loslösung aus der Drogenabhängigkeit. Padre Wilson bietet den Jugendlichen dafür Extremsportarten wie Surfen an. Die jungen Leute kommen dabei an ihre Grenzen und begreifen zum ersten Mal den Wert ihres Lebens.Und dann müssen sie sich entscheiden: Die Drogenkarriere fortsetzen, schnell viel Geld verdienen aber unter enormen Risiken, die oft das eigene Leben kosten. Der Einstieg in die Projektes des Ordensmannes dagegen bietet eine Berufsausbildung und auch die Möglichkeit, an der Universität zu studieren und eine gesunde Zukunft und Familie aufzubauen.
Vilson arbeitet mit Menschen aller Konfessionen und Lebensstilen zusammen, mit Jugendlichen und Politikern. Manchmal trifft er sich sogar mit Drogenbossen, um Kompromisse zu finden und Menschen von der Todesliste freizukaufen. Sein Traum: Mit diesen Jugendlichen aus den Favelas das Projekt "Stark ohne Gewalt" erarbeiten und mitten in der Stadt auf die Bühne zu bringen, um auf die Problematik von Gewalt und Sucht aufmerksam zu machen, aber auch auf das ungeheure Potential der Jugendlichen ins Licht zu rücken.
Vilson Groh arbeitet mit Menschen aller Konfessionen und Lebensstilen zusammen, mit Jugendlichen und Politikern. Manchmal trifft er sich sogar mit Drogenbossen, um Kompromisse zu finden und Menschen von der Todesliste freizukaufen. Sein Traum: Mit diesen Jugendlichen aus den Favelas das Projekt "Stark ohne Gewalt" erarbeiten und mitten in der Stadt auf die Bühne zu bringen, um auf die Problematik von Gewalt und Sucht aufmerksam zu machen, aber auch auf das ungeheure Potential der Jugendlichen ins Licht zu rücken.
Und ein drittes Projekt, dass die Starkmacher-Delegation besuchte: Die Bewegung "Casa do Menhor" in Rio de Janeiro. Sie wurde in den 80er Jahren von Padre Renato Chiera, einem italienischen Missionar, ins Leben gerufen, um Straßenkindern Zuflucht zu gewähren, die damals von der Polizei erschossen wurden. So versuchte man dem Problem der Straßenkinderbanden bezukommen. Ziel des Projektes ist es, für die Thematik der sozialen Ungerechtigkeit und dem steigenden Crack-Konsum zu sensibilisieren und nachhaltige Möglichkeiten zu schaffen, um den Jugendlichen eine Alternative zur Droge zu eröffnen.
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